Unsere Aktivitäten und Leserbriefe

Chronologie unserer Aktivitäten

Stand: 22. August 2019

Leserbriefschreiberin und CDU fordern Sanierung des Uni-Bades:

Ein Leserbrief in der Sonntagsausgabe des Weser-Kurier vom 17. März 2019 äußert sich kritisch zum Bäderkonzept und im Stadtteilkurier vom 18. März wird über die Forderung der CDU nach kritischer Überprüfung der Abrisspläne für das Unibad berichtet:

WK-Leserbrief: Bäderkonzept ist hinfällig

Der Weser-Kurier hat am 20.02.2019 einen Leserbrief von BI-Mitglied Agnes Janssen abgedruckt, die sich kritisch mit der Kostentwicklung beim Bäderkonzept auseinandersetzt:

2. FebRuAR 2019

Der Leserbrief von Peter Lankenau vom 2. Februar 2019  im Weser-Kurier äußert Zweifel, ob die Preiserhöhung wirklich zurückgenommen wird und  hält das Bäderkonzept für obsolet.

17. Januar 2019

Peter Lankenau beklagt in seinem Leserbrief an den Weser-Kurier, der am 15.1.19 veröffentlicht wurde, dass die Eintrittspreise um 8,6 statt 2,5 % erhöht wurden:

10. Oktober 2018

Schwimmen ist Wahlkampfthema – eine Chance, das Bremer Bäderkonzept zu kippen!

Die SPD will den Eintritt für Kinder massiv senken (s. unten Eintrag 4. Oktober) und die Grünen wollen bereits die Zweitklässler zum Schulschwimmen schicken. Trotzdem halten sie am Bäderkonzept fest und verschleudern Steuergelder, die anderweitig besser eingesetzt werden könnten (z.B. Sanierung Westbad):

Am 10. Oktober veröffentlichte der Weser-Kurier unsere Stellungnahme zu den Vorschlägen von SPD und Grünen:

Offensichtlich um sich im Wahlkampf zu profilieren, hat die Regierungspartei Fraktion Bündnis90/DIE GRÜNEN zwei Fragenkomplexe  für die Fragestunde in der Bremischen Bürgerschaft am 06.11.18 eingereicht. Auch hierzu sind Sie herzlichst eingeladen. Der erste Fragekomplex fordert vom Senat eine Stellungnahme zu der Idee, Eintrittspreise an den Bremer Bädern zu senken, um die Schwimmfähigkeit bei Kindern und Jugendlichen zu erhöhen, der zweite Fragenkomplex fragt den Senat nach einer Bewertung von Vorschlägen, den Schwimmunterricht in der Grundschule von der 3. auf die 2. oder 1. Klasse vorzuziehen und die Schwimmzeiten pro Schwimmbadbesuch zu erhöhen.Leider bleibt bei der Diskussion um eine Erhöhung der Schwimmfähigkeit die Frage, ob angesichts eines zunehmenden Bedarfs bei einer wachsenden Bevölkerung das Bremer Bäderkonzept nicht längst überholt ist, bisher außen vor. Schon jetzt sind die Wartelisten für Schwimmkurse sehr lang.Vor diesem Hintergrund ist die zwischenzeitliche Schließung des an das Unibad angrenzenden Studiobades skandalös (s. auch weiter unten Eintrag vom 4. September) . Der Verein für Hochschulsport konnte nur per Gerichtsbeschluss durchsetzen, dass die Universität das Bad soweit instand setzt, dass es ab Oktober wieder für Schwimm- und Wassergymnastik-Kurse genutzt werden kann. Leider zeigt sich auch hier sehr deutlich, dass die Universität bezüglich der Instandhaltung der Sportanlage, dessen Kernstück das Unibad ist, wenig Interesse am Erhalt des Ensembles zeigt, obwohl es auch als Standortvorteil für Studienbewerber und Mitarbeiter gesehen werden könnte. Die Universität zählt zwar gesellschaftliche Verantwortung zu ihren Leitzielen, dennoch schenkt die Unileitung der wichtigen Funktion des Unibades für die umliegenden Stadtteile, die Schulen und Vereine keinerlei Beachtung. Umso interessanter werden die Antworten auf die zuvor genannten Anfragen der Linken sein.Die BI Pro Unibad hat Mitte November einen Termin mit dem CDU- Bürgermeisterkandidaten, Herrn Carsten Meyer-Heder. Unser erneuter Versuch, beim derzeitigen Bürgermeister, Dr. Sieling, einen Gesprächstermin zu bekommen, ist gescheitert. Man weigert sich, die Neuausschreibung des Westbades als Aufschnüren des Bäderkonzeptes anzusehen. Stephanie Dehne (Mitglied der Bremischen Bürgerschaft, SPD) hat uns versprochen, wegen eines Termins mit Herrn Sieling noch einmal nachzuhaken.

Zum Vorstoß der SPD  zur Senkung der Eintrittspreise für Kinder erschienen am 7. Oktober 2018 auch kritische Leserbriefe im Weser-Kurier:

14. September 2018

Die BI Pro Unibad hat dem Präsidenten des Landessportbundes (LSB), Andreas Vroom, der bisher bedauerlicherweise das Bäderkonzept verteidigt, angeschrieben. In dem Brief an den LSB werden alle drei von der Koalition gegen den Unibaderhalt ins Feld geführten Gründe –  die Einsparung, die Nichtsanierbarkeit und der Eigentumstitel der Universität – im Detail widerlegt.

13. September 2018

Am 13. Sept. 2018 fand in der Geschäftsstelle des Landessportbundes (LSB) ein Informationstreffen statt, bei dem Eberhard Dengler zum Tagesordnungspunkt Bäderkonzept einen Vortrag gehalten hat. Er umfasste im Wesentlichen die drei Aspekte

  • Das Unisportbad ist sanierbar!
  • Die Schwimmvereine sind über den Tisch gezogen worden!
  • Die Wirtschaftlichkeit des Neubaus ist im Vergleich zur Unibadsanierung nicht nachgewiesen!

Die im Anschluss stattfindende lebhafte Diskussion zeigte, dass bei vielen Schwimmern großer Unmut herrscht über die Art und Weise, wie das Bäderkonzept damals verabschiedet worden ist. Herr Dengler hat auf Wunsch des LSB über den Inhalt des Vortrags ein Skript verfasst, welches von ihm nicht nur an den Vorsitzenden, Herrn Vroom, sondern auch an die Schwimmvereine geschickt wurde.

12. September 2018

Kinder lernen zu spät schwimmen, das Angebot an Schwimmkursen reicht nicht, und die Kosten sind für einige Eltern zu hoch – so beschrieb Stephan Oldag, Präsident des Landesschwimmverbands, die Situation in Bremen bei einer Diskussionsveranstaltung der Grünen in der Bürgerschaft.  Dennoch hat sich der Landesschwimmverband mit dem Bäderkonzept arrangiert – obwohl hierdurch weitere Schwimmflächen verloren gehen! Offenbar fürchten die Schwimmvereine, dass ohne ihre Zustimmung zum Bäderkonzept noch weitere Einschränkungen erfolgen.  Bei der Diskussionsveranstaltung kritisierte der Verein für Hochschulsport auch die Schließung des Studiobades (s. unten). Auch die DLRG kritisiert in Zusammenhang mit der zunehmenden Anzahl von Badetoten Bäderschließungen.

04. September 2018

Das Verwaltungsgericht hat die Universität per Eilentscheid dazu verurteilt, das neben dem Unibad liegende Studiobad des Vereins für Hochschulsport ab Beginn des Wintersemesters wieder zu öffnen. Die Studiobad-Kurse während der Semesterferien mussten kurzfristig abgesagt werden, weil die Universität sich weigerte, die Chlordosierungsanlage zu reparieren. Während der Sommerschließzeit wurde nur die Anlage des Unibades instandgesetzt, das seit Mitte August wieder geöffnet hat. Im Studiobad finden neben Wassergymnastik-Kursen auch Schwimmkurse für Kinder statt, die wegen der günstigen Preise stark nachgefragt sind.

Näheres ist der Pressemitteilung des Bremer Verwaltungsgerichts zu entnehmen.

01. September 2018

Die BI Pro Unibad nutzte die Abschiedsfeier für das Horner Bad am 1.9. für eine Protestaktion in Form einer Trauerfeier. Ein Trauerspalier mit Transparenten begleitete die Besucher, dazu wurde eine Moritat aufs Horner Bad gesungen und eine Trauerrede gehalten. Butterkuchen wurde als Beerdigungskuchen verteilt.

Leider wurde in der Berichterstattung von buten un binnen und im Weser-Kurier nicht auf die inhaltliche Zielrichtung unseres Protests eingegangen, dagegen haben wir protestiert.  Dass das Bäderkonzept keineswegs auf auf Akzeptanz trifft, zeigen Kommentare in der Online-Ausgabe des Weser-Kurier.

29. August 2018

Am Dienstag, den 28.08.18 war das Bäderkonzept zentrales Thema in der Bremer Bürgerschaft. Die CDU hat eine Aktuelle Stunde „Planung statt Wahlkampf- Bäderkonzept sachgerecht überarbeiten“ beantragt und Die Linke hat in einen Antrag „Westbad an gestiegene Bedarfe anpassen“ gestellt.  Bei der vorhergehenden Fragestunde wurden am Ende auch Fragen zur Kostenentwicklung des Westbades gestellt. Wir haben unsere Initiative offiziell zu der Sitzung angemeldet und verfolgten aufmerksam die Debatte. Überraschend stellte die Regierungskoalition einen Antrag ‚auf den letzten Drücker‘, wie die Opposititon wiederholt bemerkte, für eine Neuplanung und eine bessere Ausstattung des Westbades.

Anlässlich der Bürgerschaftssitzung wurde bei Bremen Eins ein Radiobeitrag gesendet, bei dem sich auch BI-Mitglied Stefan Quaß äußert. Ein Bericht zur Bürgerschaftssitzung erschien am 28.08.18 auch im Weser-Kurier und ein Fernsehbeitrag bei buten un binnen

Audio-Aufzeichnung der Bürgerschaftssitzung vom 28.08.2018 (Aktuelle Stunde ab Minute 1:05)

Ähnliche Kritik wie der Neubau des Horner Bades erfährt auch der Neubau des Westbades: Am 21. August wurde in der  Sportdeputation über Sachstand zum Neubau des Westbades berichtet. Vor der Sitzung hat der Gesundheitstreffpunkt West Bürgermeister Sieling rund 1300 Unterschriften aus Gröpelingen übergeben, die ein „zukunftsorientiertes kinder- und familienfreundliches Bad“ fordern.  Herr Sieling hat zugesagt, sich für die entsprechende Beteiligung der örtlichen Nutzergruppen an der Neuplanung einzusetzen. Dabei könnten die Gelder, die durch Sanierung von Horner Bad und Unibad eingespart werden, gut für einen angemessenen Ausbau des Westbades genutzt werden!  Weitere Informationen zum geplanten Neubau des Westbades und eine Stellungnahme der BI Pro Unibad finden Sie weiter unten unter dem Datum 28.06.2018.

Ein ausführlicher Bericht zur Sportdeputation ist im Weser-Kurier vom 22.08.2018 erschienen.

20. August 2018

Bei buten un binnen erschien am 20.08.18 ein Beitrag über die Arbeit der BI Pro Unibad und die sich bereits jetzt abzeichnenden Kostensteigerungen des bisherigen Bäderkonzeptes.

18. August 2018

Auf der Sitzung des Horner Beirats hat die Geschäftsführerin der Bremer Bäder, Martina Baden, eine große Abschiedsfeier für das Horner Bad am 1. September (Beginn 12 Uhr)  angekündigt – für uns kein Grund zum Feiern!

Die Kritik am Neubau des Westbades – ähnlich wie beim Horner Bad ist hier eine Verkleinerung der Schwimmflächen geplant – reißt nicht ab.  Der Sportverein Tura Bremen und der Gesundheitstreffpunkt West haben sich in einem offenen Brief an die Sportsenatorin gewandt. Weitere Informationen zum geplanten Neubau des Westbades und eine Stellungnahme der BI Pro Unibad finden Sie weiter unten unter dem Datum 28.06.2018.

Uwe Szerbakowksi schreibt in seinem am 17.8.18  veröffentlichten Leserbrief an den Weser-Kurier: „Hinter vorgehaltener Hand wird der Neubau Horn von der Mehrheit der schwimmsporttreibenden Vereine als „Anfang vom Ende“ bezeichnet!“

16. August 2018

Auf der Sitzung des Beirats Horns am 16.8. stellte Frau Baden die Pläne für die Halle und den Freibadteil für den Neubau des Horner Bades vor. Geändert haben sich daran nur Kleinigkeiten. Das Bad wird ab 1. September für die Bauzeit von zwei Jahren geschlossen. Der Abriss soll im Oktober/November erfolgen, zeitgleich mit den Ausschreibungen.

In der Halle wird es ein Kursbecken, jedoch keinen Kinderbereich geben. Die Mehrkosten für den Bau des Kursbeckens bezifferte Frau Baden mit 1,8 Millionen. Diese Kosten sind im ursprünglichen Kostenvergleich, in dem behauptet wurde, die Sanierung des Unibades sei zu teuer, nicht enthalten. Ein Kinderbereich ist nur im Freibadteil vorgesehen. Das Multifunktionsbecken soll vielfältige Bedürfnisse befriedigen. Das ist nur mit einer Reihe zeitlicher Einschränkungen und Abtrennungen möglich. Sie behindern die sportlichen Schwimmer, denen nicht einmal die drei 50 m-Bahnen garantiert sind.

Widersprüchliche und ausweichende Angaben gab es zur Frage, wieviel Personen in die neue Schwimmhalle passen bzw. für wieviele Zuschauer Platz ist. Diese Frage ist entscheidend in Hinblick auf die Austragung überregionaler Schwimmwettbewerbe: Das Unibad ist auf 800 Personen ausgelegt, die neue Schwimmhalle in Horn auf 199 Personen.

Hnsichtlich der angeblichen Bürgerbeteiligung bei der Planung des Neubaus des Horner Bades  wiesen wir darauf hin, dass der zentrale Punkt der neuen Schwimmhalle auf dem Gelände des Horner Bades ja völlig aus dem Beteiligungsverfahren herausgehalten wurde – echte, ergebnisoffene Bürgerbeteiligung sieht anders aus!  Die Verkleinerung der Schwimm- und Liegeflächen dürfte kaum als Wunsch geäußert worden sein!

Auf die Frage der BI Pro Unibad an den Vertreter der Linken, warum er im Bauauschuss für den Bauantrag gestimmt habe, verschlug es ihm erst mal die Sprache. Obwohl er versicherte, für den Erhalt des Unibades zu sein, konnte er sein Abstimmungsverhalten im Bauausschuss nicht plausibel erklären.

Bei der gut besuchten Beiratssitzung wurden zahlreiche Nachfragen gestellt, die zeigen, dass das Bäderkonzept auf viel Kritik stößt.

Fotographische Impressionen von der Beiratssitzung

Anlässlich der Beiratssitzung erschien in der Ausgabe der taz Bremen der Artikel „Das Unibad ist sanierbar.

Bericht im Stadtteilkurier vom 20.8.18 zur Sitzung des Horner Beirats

09. August 2018

SPD, Grüne und Linke treten Bürgerbeteiligung mit Füßen: Bauausschuss des Horner Beirat entscheidet über Bauantrag zum Neubau des Horner Bades unter Ausschluss der Öffentlichkeit!

Bei der Durchsetzung ihres umstrittenen Bäderkonzeptes ist SPD und Grünen offenbar jedes Mittel recht. Nachdem es monatelang gedauert hat, bis die Bremer Bäder dem Beirat Horn-Lehe endlich den Bauantrag für ihre Neubaupläne des Horner Bades inklusive der geplanten Ersatzschwimmhalle für das Unibad zugeleitet haben, musste nun binnen weniger Tage auf Biegen und Brechen alles ganz schnell gehen. Was ist geschehen? Ohne Rücksprache mit der zuständigen Ausschusssprecherin hatte das Ortsamt den Tagesordnungspunkt „Planungsrechtliche Vorstellung des Bauvorhabens Neubau einer Schwimmhalle und Sanierung/Neubau des Freibades (Horner Bad)“ auf die Tagesordnung der Sitzung des Bauausschusses  am 09. August gesetzt, obwohl Sprecherin Dr. Birte Eckardt (CDU) bereits Ende Juli beim Ortsamt beantragt hatte, die Beratung des Bauantrages aufgrund des öffentlichen Interesses im Rahmen der Beiratssitzung am 16. August zu behandeln. Die Sprecherin, ihr Stellvertreter Ulf-Brün Drechsel (FDP) sowie Mitglieder der Bürgerinitiative „Pro Unibad“ beschwerten sich daraufhin beim Ortsamt über diese Vorgehensweise und bemängelten, dass zu einem derart bedeutsamen Thema nicht so kurzfristig eingeladen werden könne.

Nach einigem Hin- und Her verständigten sich Sprecherin und Ortsamt schließlich darauf, die Behandlung des Bauantrages nun doch auf die Beiratssitzung zu verschieben und es bei einer informellen, nichtöffentlichen Vorab-Vorstellung ohne Votum im Ausschuss am 09.08. zu belassen. Doch das schien den Vertretern von SPD und Grünen offenbar nicht zu schmecken. Auf der nichtöffentlichen Ausschusssitzung setzten sie ungeachtet der getroffenen Absprache kurzerhand eine Abstimmung durch und winkten den Bauantrag mit Unterstützung der Linken mehrheitlich durch. Die noch am gleichen Abend vom Ortsamt verschickte Einladung zur Beiratssitzung am 16. August mit dem Haupttagesordnungspunkt „Informative Vorstellung des Neubaus einer Schwimmhalle in Horn“ wirkt angesichts dieser Vorgehensweise wie ein schlechter Scherz. Die Vorgehensweise von SPD, Grünen und Linken ist gegenüber der Öffentlichkeit nicht nur absolut unfair, sondern dient zugleich als ein Musterbeispiel dafür, wie man Politikverdrossenheit schürt. Bevor der Bevölkerung das Wort gegönnt wird, hat man im Bauausschuss bereits Fakten geschaffen. Die interessierte Öffentlichkeit wird dabei nicht zum ersten Mal für dumm verkauft. Bereits das vorgeschaltete Bürgerbeteiligungsverfahren zum Umbau des Freibadteils erwies sich als Farce, denn maßgebliche darin von Teilnehmern eingebrachte Forderungen wie den Verzicht auf die geplante Halbierung der Wasserfläche wurden von den Bremer Bädern und der zuständigen Sportsenatorin Anja Stahmann (Grüne) mit dem Kostenargument von vornherein in den Wind geschlagen. Nach den jüngsten Ereignissen verfestigt sich der Eindruck, dass sich SPD und Grüne im Beirat Horn-Lehe in erster Linie als verlängerter Arm ihrer Koalitionsfraktionen in der Bürgerschaft und nicht als Stadtteilvertreter verstehen. Dass sich die „Oppositions“-Partei Die Linke hierbei ein weiteres Mal selbst zum Erfüllungsgehilfen dieses fragwürdigen Politikverständnisses degradiert hat, macht die Sache nur noch schlimmer. Wir dürfen uns diese Arroganz der Verantwortlichen nicht länger gefallen lassen.

(Einige Details des Bauantrages sind dem Artikel des Stadtteilkuriers vom 13. August 2018 zu entnehmen.)

07. August 2018

Mitglieder der BI Pro Unibad nutzten die  Bürgersprechstunde der Bundestagsabgeordneten Sarah Ryglewski von der SPD am Di 7. August  am Horner Bad,  um sie zu fragen, was sie von dem Bremer Bäderkonzept hält.  Sie bot an, in ihrer Fraktion von der Kritik an den senatorischen Plänen und unseren Bedenken zu berichten und will versuchen, einen Gesprächstermin mit maßgeblichen Leuten der SPD, z.B. Frau Rosenkötter, und der BI Pro Unibad zustande zu bekommen. Sie selbst würde auch gern teilnehmen, soweit es ihre Termine erlauben. Das muss natürlich schnell passieren, denn Mitte September sollen die Bagger beim Horner Bad anrücken.

05. August 2018

In Zusammenhang mit der Neuausschreibung des Westbad-Neubaus hat der sportpolitische Sprecher der FDP, Peter Zenner, die Position der BI Pro Unibad unterstützt:  Es kristallisiere sich heraus, dass das Unibad für den Schwimmsport „weiterhin die beste und preiswerteste Lösung“ sei,  so ist der Sonntagsausgabe des Weserkurier vom 5.8.2018 zu entnehmen. Eine Stellungnahme der BI Pro Unibad zum Westbad finden Sie unten beim Eintrag vom 28.06.2018.

In der „buten und binnen“-Sendung vom 5. August zum Thema abnehmende Schwimmfähigkeit bei Kindern beklagt die Trainerin Saskia von Tungeln lange Wartezeiten für Kinderschwimmkurse und zuwenig Wasserzeiten für Kurse.  Umso fragwürdiger, dass die Schwimmflächen nach den Planungen des Bremer Bäderkonzeptes weiter eingeschränkt werden sollen!

02. August 2018

Die Bremer Bäder kündigen im Stadtteilkurier vom 2.8.18 an, dass das Unibad wieder regulär nach der Sommerpause ab 13. August öffnet. Zwischenzeitlich war zu befürchten, dass das Bad aufgrund von Reparaturarbeiten länger geschlossen bleibt.

15.07.2018

Bemerkenswerte Parallelen bei der Fehlplanung bezüglich des Neubaus von Westbad und Horner Bad führen zu anhaltender Kritik am Bäderkonzept, wie aus dem am 15.7. in der Sonntagsausgabe des Weserkuriers veröffentlichten Artikel  hervorgeht. Weitere Informationen zum geplanten Neubau des Westbades und eine Stellungnahme der BI Pro Unibad finden Sie weiter unten unter dem Datum 28.06.2018.

12.07.2018

Bericht im Stadtteilkurier am 12. Juli zur Stellungnahme der BI Pro Unibad: Höhere Kosten bei kleinerem Angebot: Initiative Pro Unibad sieht Abriss des Unibades und Neubau des Horner Bades weiterhin kritisch

Der Artikel fasst die untenstehende Stellungnahme der BI Pro Unibad sehr gut zusammen.

Stellungnahme zum Artikel „Stahmann widerspricht Initiative Pro Unibad“ im Weserkurier/Stadtteilkurier vom 28. Juni 2018

Im Stadtteilkurier des Weserkurier wurde über unseren Informationsspaziergang am 10. Juni berichtet.  Leider wurde in dem Artikel über die Konsequenzen für das Horner Bad, dessen Wasser- und Liegeflächen durch den Bau der neuen Schwimmhalle nahezu halbiert werden,  nicht berichtet. Gerade an den heißen Tagen der letzten Wochen wurde deutlich, dass das neue Bad mit nur einem Kombibecken, das sich Schwimmer und Nichtschwimmer teilen müssen, und lediglich drei 50 m-Bahnen dem Andrang nicht wird standhalten können. Bisher kann man auch an warmen Tagen mit gutem Besuch dennoch schwimmen, das wird dann nicht mehr der Fall sein. Die heutige Attraktivität der großzügigen Anlage, die auch Bremerinnen und Bremer aus anderen Stadtteilen und dem Umland anlockt, geht damit völlig verloren.

Sportsenatorin Anja Stahmann nahm die Berichterstattung im Weserkurier zum Anlass einer Reaktion, in der Behauptungen aufgestellt wurden, die einer kritischen Überprüfung nicht stand halten:

– Vermischung der Zahlen  des Schwimmhallenneubaus und der möglichen Einsparung durch die Unibadsanierung: Frau Stahmann nimmt Bezug auf Zahlen, die im Bericht zum Informationsspaziergang genannt werden, aber offenbar auf Missverständnissen des Reporters beruhen. Sie kommen nicht von der Bl Pro Unibad. So beziehen sich die von der BI Pro Unibad genannten 10 Millionen nicht auf die Kosten für den Umbau des Horner Bades, sondern auf die gegenüber dem aktuellen Bäderkonzept durch die Sanierung des Unibades möglichen Einsparungen, die für eine Ertüchtigung des Waller Bades genutzt werden könnten. Näheres ist der Pressemitteilung zum Informationsspaziergang der BI Pro Unibad zu entnehmen.

– Frau Stahmann sagt aus, dass „schon immer“ parallel zum Simply Swimming-Modell eine konventionelle Schwimmhalle berechnet worden sei. Man muss allerdings wissen, dass 2014 einzig Simply Swimming zum Zwecke der Durchsetzung des Bäderkonzepts in Öffentlichkeit, Beiräten und Vereinen vorgestellt wurde. Von der 5 Mio. teureren (und realistischeren) Variante war zunächst nicht die Rede. Hätte sie von vornherein zur Debatte gestanden, wäre das Bäderkonzept nicht so leicht als sparsamer gegenüber der Sanierung darzustellen gewesen. Als sich nach kurzer Zeit Simply Swimming tatsächlich als nicht umsetzbar erwies, war das Bäderkonzept beschlossene Sache, und nun wurde unauffällig das Kombibad ins Spiel gebracht. Die angesetzten 5 Mio. € Mehrkosten gingen dann in den allgemeinen Kostensteigerungen auf.

– Frau Stahmann behauptet, für einen Teil der Kostensteigerungen des Bäderkonzeptes seien Wünsche des Beirats Horn-Lehe bezüglich der Verkehranbindung verantwortlich. Die von der BI Pro Unibad genannten Kostensteigerungen beziehen sich auf die Zahlen des im letzten Herbst erneut vom  Senat beschlossenen Bäderkonzeptes. In der Vorlage der Senatorin für die Sitzung des Senats am 12.09.2017 werden die Kostensteigerungen für die Verkehrsanbindung damit begründet, dass der Bau der neuen Schwimmhalle aus stadt- und verkehrsplanerischer Sicht wegen des Besucherverkehrs durch das verkehrsberuhigte Gebiet Vorstraße sonst nicht  genehmigt werden könne. Diese Maßnahme ist also kein Zugeständnis an die Wünsche des Horner Beirates, der dies natürlich auch gefordert hat, sondern schlichtweg eine Notwendigkeit, die vorher in der Planung übersehen worden war.

– Frau Stahmann unterstellt, die BI Pro Unibad habe behauptet, dass es im Neubau des Hallenschwimmbades auf dem Gelände des Horner Freibades keine 50 m-Bahnen mehr gäbe. Das ist abwegig und niemals von uns oder von jemand anderem, der auch nur einigermaßen informiert ist, behauptet worden. Wir haben allerdings darauf hingewiesen, dass im Freibadteil nur noch drei 50m-Bahnen vorgesehen sind. Der Kinderbereich und die Spielfelder werden wegfallen. Schwimmer und Nichtschwimmer müssen sich mit der halben Wasserfläche in einem einzigen Multifunktionsbecken arrangieren.

Die aktuell geplante Schwimmhalle fasst maximal 200 Personen gegenüber 800, die sich im Unibad aufhalten dürfen. Somit ist keine mit dem Unibad vergleichbare Wettkampftauglichkeit gewährleistet.

– Frau Stahmann behauptet, die Erreichbarkeit von Unibad und Horner Bad sei vergleichbar, obwohl das Unibad mit der Straßenbahn und das Horner Bad nur mit dem Bus, der eine deutlich geringere Taktung als die  Straßenbahn aufweist, erreichbar ist.

– Frau Stahmann behauptet, die Argumentation der Einsparung von Steuermitteln durch Sanierung des Unibades sei polemisch, da die kalkulierten Kosten von 18 Mio Euro Sanierungsaufwand für das Unibad von 2014 nicht die seither aufgetretenen Kostensteigerungen berücksichtigten. In der oben bereits erwähnten Senatsvorlage geht sie selbst jedoch noch im September 2017 von einer Summe von 18,3 Mio. Euro aus, die als Fortschreibung des Sanierungsbedarfes des Unibades bezeichnet werden. Nicht erwähnt wird, dass die BI Pro Unibad die im Gutachten genannte Zahl bereits seinerzeit als deutlich zu hoch angesetzt kritisiert hat und Vorschläge vorgelegt hat, die Sanierung des Unibades für weniger als 18 Mio zu realisieren.

– Die im Bäderkonzept angegebene Lebensdauer eines Bades von 35 bis 40 Jahren ist willkürlich. Es lassen sich zahlreiche Beispiele für die erfolgreiche Sanierung von Schwimmhallen finden (z. B. Osterholz-Scharmbeck, Aachen, Hamburg).

– Frau Stahmann argumentiert, dass die Universität aus Wirtschaftlichkeitsgründen die Sanierung nicht für gerechtfertigt hält; das Unibad könne nicht mehr als Bindeglied zwischen Bremern und Universität fungieren, da die Universität das Unibad nicht mehr nutze. Leider wird die unselige Konstruktion, dass Grundstück und Gebäude des Unibades in der Verantwortung der Universität liegen, die Bremer Bäder hingegen Betreiber sind, von Frau Stahmann in keiner Weise in Frage gestellt. Das Unibad war nie ausschließlich für die Nutzung durch die Universität vorgesehen, trotzdem trägt die Universität die Hauptlast der Unterhaltungskosten, obwohl es sich bei ihr nur um eine Nutzergruppe unter mehreren handelt. Allerdings liegt der Verdacht nahe, dass die der Universität Bremen vom Land für den Unterhalt zugewiesenen Mittel teilweise für andere Zwecke genutzt wurden, was zum Sanierungsstau beim Unibad beigetragen hat. Das Unibad und die Unterhaltskosten  sollten vom Land oder den Bremer Bädern übernommen werden, denn der Erhalt des Unibades für die Allgemeinheit (u. a. auch Schulen und Vereine) ist eine öffentliche Aufgabe!

– Abgesehen davon gibt es ernstzunehmende und berechtigte Forderungen nach einer Wiedereinführung des stark nachgefragten Sportstudiengangs und nach der Einrichtung einer Sportschule in Horn – beides würde von einem Erhalt des wettkampftauglichen Unibades sehr profitieren.

– Die von  Frau Stahmann betonte „breite, gesellschaftliche und politische Mehrheit“ für das Bäderkonzept steht auf tönernen Füßen – vielen ist nicht bewusst, dass das Bäderkonzept gegenüber den bisherigen Schwimmbadangebot erhebliche Einschränkungen für alle Nutzergruppen mit sich bringt – und das bei deutlich höheren Kosten im Vergleich zu der Sanierung der bisherigen Bäder.

– Frau Stahmann behauptet, die Aussage der BI Pro Unibad, die Betriebskosten des sanierten Unibades seien geringer als die der neugebauten Schwimmhalle, sei falsch. Unsere Angabe zur Höhe der Betriebskosten ist aus den Zahlen des Bremer Sportamtes zu den Kosten des bisher unsanierten Unibades hergeleitet. Bei dessen Angaben zu den Energie-und Wasserkosten des neuen Bades bleibt bisher unberücksichtigt, dass das Unibad an die Energieversorgung der Universität angeschlossen ist. Diese kann aufgrund sehr günstiger Tarife die Energiekosten vergleichsweise kostengünstig decken. Dieser Kostenvorteil entfiele für den Neubau der Schwimmhalle in Horn. Der Bremer Senat hat es leider unterlassen, für ein saniertes Unibad  eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung anfertigen zu lassen.

Wir fordern ein aktuelles, unabhängiges Vergleichsgutachten, dass die Sanierungskosten, die Neubaukosten und die zu erwartenden Betriebskosten unter Zugrundelegung der derzeitigen Pläne und Preise gegenüberstellt.

– Die Aussage der Sportsenatorin  „lieber das Geld in den Neubau zweier Bäder zu stecken, als es bei der Instandhaltung zweier maroder Bäder scheibchenweise zu versenken“ führt dazu, stur am Bäderkonzept festzuhalten. Im Westbad ist der Fall ja bereits eingetreten, dass neu geplant werden muss aufgrund von mangelhaften Prüfungen der Bodenverhältnisse. Fakt ist, dass die Bäder für deutlich weniger Geld sanierbar sind, als für Neubauten benötigt wird. Die neue Halle auf dem Gelände des Horner Bades wäre nur ein absolut unzulänglicher Ersatz für das Unibad mit dessen Möglichkeiten für alle Wassersportarten. Sowohl das umgebaute Horner Bad als auch die die neue Schwimmhalle sind vom Raumangebot und den Nutzungsmöglichkeiten nicht annähernd vergleichbar mit dem Unibad und dem Horner Freibad. Kurz gefasst steht das Bäderkonzept für deutlich eingeschränkte Nutzungsmöglichkeiten bei deutlich höheren Kosten. Diese Form der Steuerverschwendung im Haushaltsnotlageland Bremen sollte auch nicht-schwimmende Steuerzahler empören! Es wird Zeit, das Bäderkonzept in Frage zu stellen!

28.06.2018

Wegen Verzögerungen beim Bau des Westbades wird das Unibad voraussichtlich ein Jahr länger bis 2022 in Betrieb bleiben.

Am Sonntag, 10. Juni 2018, haben wir zu einem Informationsspaziergang vom Unibad zum Horner Bad eingeladen unter dem Motto „Unibad sanieren heißt Horner Bad retten!“ Vor Ort informierten wir Nutzer und Anwohner der beiden Bäder und Mitglieder anderer Bremer Bürgerinitiativen, die sich für die Erhaltung ihres Lebens- und Wohnumfeldes stark machen, über die Bedeutung beider Bäder, die Pläne des Bremer Senats und deren katastrophale Konsequenzen für Nutzer, Anwohner und die Bremer Steuerzahler:  fotographische Impressionen vom Spaziergang.

Bei guten Wetter waren wir an einigen Wochenenden mit einem Infostand vor dem Horner Bad  vertreten, in der Hoffnung viele Schwimmer anzutreffen, deren Fragen wir beantworten können. Bei dieser Gelegenheit verteilten wir Folder (Vorderseite, Rückseite), Aufkleber und boten unsere Sattelschoner gegen 2 Euro Unkostenbeitrag an.

Diskussion um Verzögerungen des Westbad-Neubaus – Stellungnahme der BI Pro Unibad

Nachstehend zwei Links, über die Sie die wesentlichen Informationen abrufen können:

https://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-stadt_artikel,-westbadneubau-in-bremen-verzoegert-sich-um-ein-jahr-_arid,1728390.html

https://www.weser-kurier.de/suche_cosearch,tura+und+westbad.html

Die Stellungnahme der BI Pro Unibad dazu:

Wir bedauern sehr, dass auch im Bremer Westen ein Bad geplant ist, dass den Interessen seiner zukünftigen Nutzer nicht gerecht wird, weil offensichtlich die finanziellen Ressourcen nicht ausreichen. Würde man auf den Neubau einer Schwimmhalle im Horner Bad verzichten und stattdessen das Unibad sanieren, ließen sich 10 Mio. Euro einsparen, die man für einen großzügigeren Ausbau des Westbades zur Verfügung hätte. Wir verstehen nicht, warum diese Option von der Bädergesellschaft und dem Senat nicht in Betracht
gezogen wird. Sie würde sowohl den Schwimminteressierten im Bremer Westen als auch im Bremer Osten bestmögliche Bedingungen garantieren.

Verzögerungen beim Neubau des Westbades zeigen, dass auch hier Kostenrisiken liegen, die bisher nicht einkalkuliert wurden

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass die Bädergesellschaft für die Sanierung des Unibades einen 25%igen Risikoaufschlag eingerechnet hat, während dieser Risikozuschlag bei den Neubauten unterlassen wurde – was sich nun rächt…. Ähnliches kann übrigens bei der Sanierung des Horner Freibades ebenfalls noch passieren. Nach Schilderung von Frau Baden, Geschäftsführerin der Bremer Bäder, ist beabsichtigt, das vorhandene Schwimmerbecken bis auf die Gründung abzureißen und das neue Freibecken auf die vorhandenen Fundamente aufzusetzen. Bei dieser Vorgehensweise übernimmt kein Bauunternehmer die Gewährleistung, da er das Risiko der alten Fundamente nicht einschätzen kann, so wie es im Westbad deutlich geworden ist.

Einschaltung des Steuerzahlerbundes

Wir wandten uns an Carl Kau vom Bremischen Bund der Steuerzahler und sandten ihm die Unterlagen, die schon an den Landesrechnungshof gegangen waren, zu. Er hat am 13. Februar 2018 einen Brief an Senatorin Stahmann geschickt, in dem er sie bittet, die Kostensteigerungen beim geplanten Neubau unter Kosten- und Nutzengesichtspunkten offenzulegen. Anlass für die Bitte seien Bürger, die die Verschwendung von Steuergeldern befürchten.

28.01.2018

10.000.000,00 € Mehrkosten für den Neubau ist kein Anlass, dass der Rechnungshof den Fall aufnimmt. Der Rechnungshof untersucht erst Vorgänge, wenn sie in den Brunnen gefallen sind. Auf Grund dieser Weigerungshaltung des Rechnungshofes hat die Bürgerinitiative an die Präsidentin Frau Sokol einen Brief geschrieben…hier klicken.

Antwort des Landesrechnungshofs und Unterstützertreffen

Auf unsere Eingabe vom November 2017 erhielten wir eine Antwort des Landesrechnungshofes, datiert vom 12. Januar 2018. Darin wird uns mitgeteilt, dass der LRH unsere Eingabe „zum jetzigen Zeitpunkt“ nicht prüfen wird. Eine Begründung fehlt. Es wird verwiesen auf die Gründe, die bereits auf unsere erste Eingabe 2015 zu einer abschlägigen Antwort geführt hatten. Die inzwischen aufgelaufene Kostensteigerung von rd. 10 Mio. € für den Neubau veranlasst den LRH nicht dazu, der Regierung zumindest einen Kostenvergleich nahezulegen.

Wir luden alle unsere Unterstützer, die im Laufe der Zeit ihre Sympathie mit unserer Arbeit und unseren Zielen bekundet hatten, am 16. Januar 2018 zu einem Treffen ins Lokal Goedeken ein. Der Zweck war ein Ideen- und Gedankenaustausch, der von etwa 25 Bürgern wahrgenommen wurde.

20.11.2017
EIN FALL FÜR DEN RECHNUNGSHOF ?

JA! Die Prounibadinitiative hat mit Datum 15.11.2017 eine Eingabe beim Bremer Landesrechnungshof eingereicht. Die Eingabe besteht aus einem „Gegengutachten“, das nachweist, dass das Uni-Sportbad auch für ca. 10,- Mio € sanierbar ist!
Klick | hier geht’s zum Gegengutachten
Klick | hier der Brief an  den Landesrechnungshof
Klick | hier die Kostenentwicklungsgrafik, Stellungnahme der Architektenkammer, Stellungnahme Bund der Architeken, Stellungnahme bremer zentrum für baukultur.

Beiratssitzung Horn

Am Donnerstag, 16. November, fand im Gemeindehaus der Horner Kirche eine Beiratssitzung zum Schwimmhallenneubau und Umbau des Horner Freibades statt. Wir vertraten dort unseren Standpunkt, dass die Sanierung von Unibad und Horner Bad möglich und kostengünstiger ist als das, was der Senat plant. Wie üblich wurde diese Alternative keiner Erörterung oder Erwiderung gewürdigt. Die Abstimmung ergab ein Patt: ja 7 Stimmen für und gegen das Senatskonzept. Leider kam keine Gegenvotum zustande, weil Herr Steglich von der Linken sich der Stimme enthielt.

Der Haushalts- und Finanzausschuss gibt dem Senat am 3. November 2017 für die Umbaupläne gegen die Stimmen der Opposition grünes Licht.

Unsere Erwiderung auf Frau Stahmanns Brief an an alle Unterzeichner unserer Protestnote:

Bremen, 6. November 2017

Sehr geehrte Frau Senatorin, sehr geehrter Herr Klass,

in Ihrem Schreiben vom 2. November rollen Sie die Geschichte des Bremischen Bäderkonzepts aus. Vielen Dank für Ihre Sicht der Dinge, die uns allerdings bekannt ist. Lieber wäre es uns deshalb gewesen, wenn Sie uns auf unsere Fragen und Beanstandungen plausible Antworten gegeben hätten. Aber das lässt sich ja nachholen.

Wie Sie wissen, haben wir im Einzelnen dargelegt, dass eine Sanierung des Unibades für ca. 10 Mio. € möglich und damit deutlich kostengünstiger als der geplante Neubau ist. Es sprechen auch baukulturelle und Gesichtspunkte der Stadtentwicklung für die Erhaltungssanierung von Sportbad und Familienfreibad. Unsere Argumente konnten von der Regierungskoalition nicht entkräftet oder gar widerlegt werden. Der einzige für das Bäderkonzept 2014 ins Feld geführte Grund, die geringeren Kosten eines Neubaus, ist längst hinfällig. Das inzwischen fortgeschriebene Bäderkonzept mit seinen Kostensteigerungen für den Neubau spricht sogar noch eindeutiger für eine Revision der damaligen, auf falschen Grundlagen beruhenden Entscheidung.

Dem 25,3 Mio. € teuren Neubauvorhaben steht eine mögliche Sanierung des Unibades für 10 bis 11 Mio. € und eine Sanierung des Horner Bades für 3 Mio. € gegenüber. Sogar die im PBR-Gutachten genannte maximale Sanierungssumme von 17,5 Mio € liegt immer noch deutlich unter den Kosten eines Neubaus.

Staatsrat Fries begründet die Aufrechterhaltung des Bäderkonzeptes mit den zu hohen Betriebskosten des Unibades, kann diese Betriebskosten allerdings gar nicht vorweisen. Es ist sogar zu erwarten, dass die zur Zeit sehr günstigen Tarife für die Energieversorgung, die auf einer Sondervereinbarung des Energieanbieters mit der Universität beruhen, für den Neubau nicht mehr zu bekommen sind.

Darüberhinaus hat die baufachliche Zuwendungsprüfung des Finanzressorts ergeben, dass die zur Zeit veranschlagten 40 Mio. € für das gesamte Bäderkonzept wahrscheinlich um mehrere Millionen überschritten werden. Es fordert deshalb eine vergleichende Wirtschaftlichkeitsprüfung von Neubauvorhaben und Sanierung des Horner und Unibades.

Unbestreitbar ist überdies, dass die neue Schwimmhalle in ihren Nutzungsmöglichkeiten nicht annähernd an das heranreicht, was das Unibad bietet. Fehlen werden ein extra Nichtschwimmerbecken, Sprungturm und Tauchanlagen, ersteres ist auch für den Freibadteil nicht vorgesehen. Die großzügige Besuchertribüne wird nur notdürftig durch Stuhlreihen am Beckenrand ersetzt, Einnahmen durch das Austragen überregionaler Wettkämpfe gehen verloren.

Es müsste Ihnen doch eigentlich entgegenkommen, dass sich durch den Verzicht auf den Neubau mehr als 10 Mio. € einsparen ließen, Mittel, die Sie für das Westbad und die Sanierung weiterer maroder Bremer Bäder verwenden könnten. Stattdessen bevorzugen Sie die vernunftwidrige, unnötige Verschwendung von Steuergeldern! Wie sollen wir Bürger und Steuerzahler das nachvollziehen? Eine plausible Antwort auf diese Frage wäre uns willkommen.

Eine weitere Frage, auf die wir in den letzten drei Jahren keine stichhaltige Antwort bekamen, will ich Ihnen stellen: Das Unibad ‚gehört‘ nicht der Universität, wie Herr Öztürk in der Bürgerschaftsdebatte am 19. September behauptete. Es gehört einzig und allein den Bürgern. Warum ist das Bad nicht längst, spätestens aber nach dem Beschluss zur Aufgabe des Sportstudienganges 2009, in die Verantwortung der Bremer Bädergesellschaft überführt worden? Haben Sie ernsthaft daran geglaubt, dass die Universität, die andere Aufgaben hat, als ein Schwimmbad für die Allgemeinheit zu verwalten, dessen Sanierung besorgen würde? Hat die doppelte und damit unklare Zuständigkeit für das Bad nicht einen bequemen Grund für seine Vernachlässigung geliefert?

Dies sind zwei Fragen von vielen, die wir und die schwimminteressierten Bürger Ihnen stellen und die Sie in Ihrem Schreiben nicht berühren.

Abschließend noch ein Wort zu der von Ihnen erwähnten ‚breiten Bürgerbeteiligung‘ zur Umgestaltung des Horner Bades: Sie war eine Pseudoveranstaltung, teuer und überflüssig, denn die neue Schwimmhalle, die zusammen mit dem Freibadteil das ‚Kombibad‘ bilden soll, wurde von vornherein aus der Betrachtung ausgeklammert. Eine Beurteilung der Baupläne durch die Öffentlichkeit war deshalb gar nicht möglich. Ist der Verdacht von der Hand zu weisen, dass das vielleicht sogar beabsichtigt war?

Mit freundlichen Grüßen

Renate Decke-Cornill für die BI ‚Pro Unibad‘

Am 19. Oktober laden wir Presse- und Medienvertreter zu einer Pressekonferenz ins Gasthaus Goedeken in Horn ein. Wir informieren über den Stand der Dinge, fordern einen Kostenvergleich und Neubewertung aufgrund der aktuellen Zahlen. Berichte darüber erscheinen im WK, Stadtteilkurier, Weserreport, der TAZ, der Kreiszeitung und auf Sat.1 Regional.

Über unseren Netzauftritt richten wir einen Online-Protest gegen die Neubaupläne ein. Sie ist bis zum Januar 2018 von rund 900 Bremer Bürgern unterzeichnet worden. Frau Stahmann schickt jedem eine Erwiderung, in der sie die Sachlage aus ihrer Sicht darstellt (s.u.). Die zentralen Fragen, vor allem die nach den wesentlich höheren Kosten des Neubaus gegenüber der Sanierung von Unibad und Horner Bad berührt sie nicht.

Am 12. September 2017 beschließt der Senat die Umsetzung des Bäderkonzepts. Vernunftgründe und die Stimmung in der Bevölkerung halten die Koalition nicht von der Weiterverfolgung ihres Plans ab. Über das Unibad wird am 19. September in der Bürgerschaft debattiert. Anlass ist unsere Petition zum Erhalt des Unibades und ein CDU-Antrag zur Kostendarlegung. Die Redebeiträge der Oppositionsparteien enthalten triftige Argumente gegen den Neubau. Von den Vertretern der Koalition kommt dagegen nicht ein einziges, das wirklich für das Bäderkonzept spricht, sondern nur Hinweise auf die Beschlusslage und die knappe Zeit. Das untaugliche, von uns vielfach widerlegte Argument, dass die Universität das Unibad nach Aufgabe des Studiengangs Sport nicht mehr brauche, wird stattdessen noch einmal vorgetragen! Die Petition wird von der Koalitionsmehrheit abgelehnt, der CDU-Antrag in den Haushalts- und Finanzausschuss verwiesen, in dem allerdings die gleichen Mehrheitsverhältnisse wie in der Bürgerschaft herrschen. Es bleibt zu hoffen, dass dort endlich valide Zahlen vorgelegt werden.

Am 29. August veranstalten wir eine Öffentlichkeitsaktion vor dem Horner Bad unter dem Motto ‚Unibad sanieren heißt Horner Bad retten‘. Dabei wurde viele Male die ‚Moritat auf das Unibad‘ von Anja Sagehorn und Günter Höke vorgetragen. Wir finden allgemeinen Zuspruch.

Am 22. Juli erhalten wir von der Universität überraschend einen Bescheid über die Betriebskosten des Unibades, obwohl die ja eingestandenermaßen nicht bekannt sind. Mit den Zahlen aus dem Jahre 2015 ist allerdings inhaltlich nicht viel anzufangen.

Bürgerinitiative ‚Pro Unibad‘ wirbt bei Abgeordneten für Unibad-Erhalt

Die Bürgerinitiative ‚Pro Unibad‘ kritisierte in einem Schreiben an die sport- und finanzpolitischen Sprecher aller in der Bremischen Bürgerschaft vertretenen Parteien, dass mit Steuermitteln eine Vereinsschwimmhalle auf dem Gelände des Horner Bades als Ersatz für das Unibad ausgelobt wird, ohne dass abzusehen ist, zu welchen Zeiten und in welchem Umfang die neue Halle von der Bevölkerung genutzt werden kann. Die Halle, an deren Planungsprozess im Gegensatz zum Freibadteil die Bevölkerung nicht beteiligt wird, tauge schon allein aufgrund ihrer Größe in nicht als Ersatz für das Unibad. Aber selbst die Vereine könnten dort künftig keine großen Veranstaltungen mehr durchführen, so wie beispielsweise den Anfang Dezember durchgeführten internationalen Wettkampf mit mehr als 650 Teilnehmern beim 11. Winter-Meeting. Mit der Aufgabe des Unibades verspiele Bremen eine weitere Möglichkeit, an seine Sporttraditionen anzuknüpfen, warnten wir die Politiker in einem Brandbrief.
‚Pro Unibad‘ verweist darauf, dass sich nach der kürzlich erfolgten Erweiterung der Öffnungszeiten des Unibades sehr deutlich gezeigt habe, wie gut das Bad von der schwimmbegeisterten Bevölkerung angenommen wird. Mit der von den Bremer Bädern bezeichneten „Kombibad-Lösung“ in Horn würden sich dagegen die Bedingungen erheblich verschlechtern. „Schon heute ist  klar erkennbar, dass die im Rahmen des Bürgerbeteiligungsverfahrens zwischen dem Sportamt, Bremer Bädern, Beirat und Ortsamt Horn-Lehe getroffene Vereinbarung, dass das neue Horner Bad mindestens auf seine bisherige Besucherzahl (an Spitzentagen bis zu 4000 Besucher) ausgelegt werden soll, aufgrund der 50-prozentigen Wasserflächenverkleinerung des Freibadteils nicht eingehalten werden kann“ sagt der Sprecher der Initiative, Dr. David Koebel. Er und seine Mitstreiter sind davon überzeugt, dass das Bäderkonzept des Senats nicht nur im Hinblick auf gesundheitliche und soziale Aspekte, sondern auch fiskalisch betrachtet zu kurz greift. Auf 14 Seiten haben sie dargelegt, warum aus ihrer Sicht wesentliche Elemente des Unibades trotz des unbestreitbaren Sanierungsstaus durchaus weiter genutzt werden können, ohne dass dazu ein unverhältnismäßig hoher finanzieller Aufwand betrieben werden muss. In ihrer Expertise kommt die Gruppe zu dem Ergebnis, dass mindestens sechs der von den Gutachtern ermittelten 18 Mio. Euro Sanierungsvolumen eingespart werden können.
David Koebel bittet die von ihm angeschriebenen Politiker darum, sich ernsthaft und unvoreingenommen mit dem Gegenkonzept seiner Initiative zu befassen und unter Berücksichtigung der im Unibad zwischenzeitlich für 1,1 Mio. Euro kürzlich erledigten Instandhaltungsmaßnahmen wie der Erneuerung der Lüftungsanlage, der Reparatur des Daches oder der Filteranlage die darin aufgezeigte Möglichkeit einer kostengünstigen Sanierung zu prüfen. Er ist davon überzeugt, dass es möglich ist, einen Großteil der Wasserfläche der betroffenen Bäder Westbad, Unibad und Horner Bad langfristig für die Bevölkerung zu erhalten. Dafür sei nicht mehr als dieselbe Summe notwendig, die der Senat für sein Konzept auszugeben bereit ist. Das Unibad als funktional und architektonisch wertvolles Gebäude dürfe nicht voreilig zugunsten eines unschönen Zweckbaus abgerissen oder für eine andere Nutzung umgebaut werden, begründen Koebel und seine Mitstreiter ihren neuerlichen Vorstoß. Den Vorschlag von Uni-Kanzler Martin Mertens, anstelle des Unibades für rund 24 Mio Euro ein Zentrum für Großgeräte anzusiedeln, könne in diesem Zusammenhang doch wohl kein ernstgemeinter Beitrag sein.

Unser zweiter Versuch, die Fraktionen für die Bäderfrage zu interessieren, ist erfolgreicher. Wir führen Gespräche mit Vertretern von FDP, CDU, SPD, Grünen und AfD. Nur die Linken reagieren nicht. Mit unseren SPD-Gesprächspartnern Frau Rosenkötter und Herrn Kottisch erörtern wir noch einmal unsere Zahlen und unser Konzept. Gegen beides werden keine sachlichen Einwände vorgebracht. Frau Rosenkötter weist aber auf das Gewicht des Bürgerschaftsbeschlusses hin und betont auch seine Sicherungsfunktion für ein 50 m-Bad. Sie gibt ferner zu bedenken, dass eine Abkehr vom senatorischen Bäderkonzept nicht zugleich die Erhaltung des Unibades bedeute. Beide erkennen aber unsere fundierten Argumente an und empfehlen uns für ein Behördengespräch mit Staatsrat Fries, das am 2. Mai auch erfolgt. Die übrigen Gespräche mit den Fraktionsvertretern verlaufen ebenfalls konstruktiv. Wir können von der Stichhaltigkeit unserer Argumente überzeugen. Zu einer politischen Kehrtwende führt dies jedoch nicht. In der öffentlichen Behandlung unserer Petition am 20. Januar 2017 wird mitgeteilt, dass man das Bäderkonzept fortgeschrieben habe, dass es zu Mehrkosten komme, weil man keine Schwimmhalle nach dem Modell ‚Simply swimming‘, sondern eine ’normale Schwimmhalle‘ bauen wolle. Auch die Wettkampffähigkeit soll hergestellt werden, weshalb man einen breiten Beckenumlauf plane. Der reicht eigentlich für eine Ausweisung des Bades als Wettkampfstätte nicht aus. Man hoffe aber auf eine Sondergenehmigung. Die FDP bringt am 12. Februar einen Dringlichkeitsantrag betr. Umsetzung und Kosten des Bäderkonzepts ein. Ein Horner Bürger, der unsere Initiative unterstützt, beantragt unter Berufung auf das Bremische Informationsfreiheitsgesetz beim Sportamt Auskunft über die Kosten des Neu- und Umbaus in Horn. Ein ablehnender Bescheid veranlasst ihn, die Landesbeauftragte für Informationsfreiheit einzuschalten. Sie fordert das Sportamt auf, die gewünschte Auskunft zu erteilen. Am 22. März kommt der Bescheid, aus dem hervorgeht, dass nach der aktuellen Kostenrechnung der Neubau etwa 9,5 Mio. € teurer als im Bäderkonzept 2014 veranschlagt sein wird. Dies ist eine Kostensteigerung von knapp 65%!  Das Kostenargument kehrt sich um. Gegen die Sanierung des Unibades kann der einzige 2014 vorgebrachte Grund nun nicht mehr vorgebracht werden. Es spricht nun alles für unsere Forderung. Eine zweite Anfrage an das Sportamt betrifft die Mehrkosten, die sich aus der nun doch geplanten Wettkampffähigkeit der Schwimmhalle ergeben. Auch für diese Anfrage musste der Horner Bürger die Landesbeauftragte bemühen, die wiederum sein Recht auf Auskunft bestätigte. Der Bescheid des Sportamts steht noch aus. Als am 31. März im WK berichtet wird, dass ein Runder Tisch die Wiedereinführung des Studiengangs Sport fordert, schreiben wir an die Beteiligten, u.a. den Landessportbund, den Zentralelternbeirat, die Deutsche Olympische Gesellschaft, das Gesundheitsamt, die Vereinigung der Kinder- und Jugendärzte. Wir informieren auch die Firmen des Technologieparks über die Folgen der Unibadschließung und bitten sie um Unterstützung unserer Bemühungen. Am 12. Mai erfahren wir, dass der Petitionsausschuss der Bürgerschaft eine Ablehnungsempfehlung für unsere Petition ausgesprochen hat. Die schriftliche Begründung ist derart oberflächlich und nachlässig, dass wir eine Stellungnahme dazu verfassen. Zusammen mit der aktuellen Kostenrechnung schicken wir sie an die Presse und sämtliche Abgeordnete der Bürgerschaft, die wir auffordern, der Ablehnungsempfehlung nicht zu folgen. Am 16. Mai haben wir einen Ortstermin mit ‚Buten und Binnen‘ im Horner Bad und können über die starke Kostensteigerung informieren. Dazu werden vor der Sitzung der Sportdeputation am selben Tag auch Marco Lübke (CDU), Peter Zenner (FDP) sowie Staatsrat Fries befragt. Die Sendung wird abends ausgestrahlt. In der Sitzung wird der FDP-Antrag behandelt und zur Ablehnung empfohlen. Im Haushalts- und Finanzausschuss, der dazu Stellung nehmen muss, wird aber am 9. Juni von der Linken und der CDU Aufklärungs- und Gesprächsbedarf angemeldet, so dass erst im August in der Sache weiterverhandelt werden kann. Am 18. Mai fordert die CDU-Fraktion in einem Antrag ebenfalls die Evaluation des Bäderkonzepts mit fundierten Zahlen. Am selben Abend verteidigen in der öffentlichen Sitzung des Beirats Horn Staatsrat Fries und Martina Baden von der Bädergesellschaft die Neubaupläne gegen kritische Einwände. Am 27. Mai verlangt die Bremer Architektenkammer eine Neubewertung der geplanten Unibadschließung, gegen die nicht nur die Kostensteigerung, sondern auch  baukulturelle und ökologische Gründe sprechen. Schon am 22. März baten wir in einem Schreiben an den Kanzler der Universität um Angabe der jährlichen Betriebskosten des Unibades. Auch hier berufen wir uns auf das Bremische Informationsfreiheitsgesetz. Der Kanzler leitet die Anfrage an die Rechtsstelle weiter, die untaugliche Auskunft gibt und schließlich an die Senatorin für Sport verweist. Sie hat auf unser Schreiben vom 6. Juni bisher nicht geantwortet. Es sind inzwischen zahlreiche Artikel und Leserbriefe im WK zur Bäderfrage erschienen, so dass wir über mangelnde Beachtung nicht mehr klagen können.

Gesprächsaufnahme mit politischen Vertretern in der Bürgerschaft

Wir hatten die Gelegenheit, Ende September 2016 ein Gespräch mit Frau Ingelore Rosenkötter, Sprecherin für Sport und Menschen mit Beeinträchtigungen der SPD-Bürgerschaftsfraktion, und Herrn Andreas Kottisch, Bürgerschaftsabgeordneter der SPD-Fraktion, zu führen und unser Gegenkonzept vorzustellen. Sie versprachen, dafür zu sorgen, dass unsere Zahlen sorgfältig geprüft würden. Bisher haben wir noch keine Rückmeldung erhalten. Kurz vor Weihnachten schickten wir an die Fraktionssprecher der Bremischen Bürgerschaft ein Schreiben, in dem wir noch einmal auf unsere Bedenken betr. Umsetzung des senatorischen Bäderkonzepts hinwiesen und um die Möglichkeit baten, unsere Vorstellungen in Gesprächen mit den Abgeordneten erörtern zu dürfen. Unsere Eingabe an den Petitionsausschuss der Bremischen Bürgerschaft, die wir im Sommer eingereicht haben und die von 770 Bürgern mitunterzeichnet wurde, wurde am Freitag, 20. Januar 2017 im Börsenhof öffentlich behandelt.

Der Standpunkt der Universitätsleitung

Noch im September wandten wir uns an den Rektor der Universität Bremen mit der Bitte um einen Gesprächstermin. Es erschien uns wichtig zu erfahren, ob er am Erhalt des Unibades interessiert ist und wie er über die Zukunft des Gebäudes denkt. Ein Gespräch mit dem Rektor wurde uns leider nicht ermöglicht. Wir erhielten einen Brief des Kanzlers, in dem er auf unsere Hauptfrage, wie die Universitätsleitung zu der organisatorischen Herauslösung des Bades aus ihrer Verantwortung stehe, nicht einging. Er wiederholte nur längst Bekanntes, dass die Unversität das Bad nicht mehr brauche und ja ein Ersatzbad in der Nähe gebaut würde. Man sei sich des architektonischen Wert bewusst, habe aber nicht die Mittel, die erforderlichen umfangreichen Sanierungsmaßnahmen durchzuführen. Es ist also klar, dass die Universitätsleitung sich für den Erhalt des Bades nicht engagieren will oder kann.

Resignation der Schwimmvereine, Wiedereröffnung des Unibades, Planungen für das Horner Freibad

Die Schwimmvereine, die uns zunächst mit Sympathie begegneten, akzeptieren die neue Schwimmhalle und nehmen die eingeschränkten Wettkampfbedingungen hin. Für die anderen Wassersportler wie Springer, Taucher, Kanuten und Unterwasserrugbyspieler werden, allerdings nur zum Teil, teure  Ersatzeinrichtungen im Westbad geplant. Die Interessen der Familien, der Einzelschwimmer und der Nichtschwimmer spielen kaum eine Rolle. Auch für die Schulen ist das Unibad mit seiner idealen Lage und Anbindung nicht zu ersetzen. Völlig unbeachtet bleiben offenbar Stadtentwicklung und baukultureller Wert des Unibades im Zusammenhang des Sportensembles der Universität. So nehmen wir mit Bedauern zur Kenntnis, dass offenbar bei den Beteiligten und Verantwortlichen keine Bereitschaft besteht, sich ernsthaft mit unserem Gegenkonzept zu beschäftigen und sich wenigstens die Mühe zu machen, uns zu widerlegen. Man bleibt bei dem von der rot-grünen Koalitionsregierung beschlossenen Bäderkonzept. Es gibt also – leider – für uns keinen Grund, unsere Bemühungen aufzugeben. Neben den Oppositionsfraktionen der Bürgerschaft, die sich im Wahlkampf 2015 für den Erhalt des Unibades aussprachen, bestätigen und ermutigen uns vielfältige Reaktionen aus der Bevölkerung. Anlässlich der Wiedereröffnung des Unibades am 8. August 2016 wurde in der Berichterstattung von ‚Buten und Binnen‘ sowie im ‚Weserkurier‘ die Empörung über den unverantwortlichen Umgang in Politik und Verwaltung mit Unibad und Horner Bad deutlich wiedergegeben. Es ist unakzeptabel,  dass die nach jahrzehntelanger Verwahrlosung aufgelaufenen Reparaturkosten sogar hochgerechnet werden, um die Aufgabe des Unibades und die Verstümmelung des Horner Bades zu rechtfertigen.

Öffentliche Diskussionsveranstaltung

Am 1. Oktober 2015 erörterten wir in einer gut besuchten Diskussionsveranstaltung zusammen mit Vertretern des Schwimm- und Tauchsports, des allgemeinen Hochschulsports sowie Experten der architektonischen und  Stadtentwicklungsaspekte unser Konzept, das auf breites Interesse stieß. Die von uns informierten Medien versäumten die Möglichkeit zur umfassenden Information. Wir hatten zu dem Abend die politisch Verantwortlichen eingeladen. Es kam der Bürgerschaftsabgeordnete Mustafa Öztürk von Bündnis 90/ Die Grünen.  Aus dem kurze Zeit später geführten Gespräch zwischen Herrn Öztürk und Vertretern unserer Initiative resultierte jedoch kein Umdenken, weil die Koalitionsregierung nicht bereit ist, von ihrem beschlossenen Bäderkonzept abzurücken. Dabei sind dessen Berechnungen schon lange nicht mehr aufrechtzuerhalten. Das gilt zumal angesichts der Tatsache, dass gerade eine knappe Million Euro öffentliche Mittel zusätzlich für die unumgängliche Sanierung des Unibades ausgegeben wurde. Angesichts der desaströsen Haushaltslage des Landes Bremen erscheint uns diese Haltung verantwortungslos. Betroffen sind wir Steuerzahler, die ein viel zu teures, dabei qualitativ minderwertiges Bäderangebot finanzieren sollen, obwohl es Alternativen dazu gibt.

Eingabe des Bäderkonzeptes beim Landesrechnungshof

Dieses Konzept schickten wir im Dezember 2014 dem Senator, den Parteien, Fraktionen und Beiräten und stellten es in unserer Netzinformation der Öffentlichkeit vor. Wir übergaben es ferner dem Landesrechnungshof, dessen Aufgabe es ist, den sparsamen und am Gemeinwohl orientierten Umgang der Regierung mit öffentlichen Geldern durch Kontrolle zu gewährleisten. Wir hofften, dass er unsere Vorschläge unvoreingenommen prüfen würde. Dies hat der Rechnungshof jedoch nicht für nötig erachtet. Er gab die Eingabe vielmehr an die senatorische Behörde zur Stellungnahme weiter. Deren Erwiderung war nicht substantiell und wurde von uns entsprechend  beantwortet (s. unsere Eingabe in der überarbeiteten Version). Eine weitere Befassung fand nicht statt. Ähnlich verlief unser Versuch, die Unterstützung des ‚Bundes der Steuerzahler‘ zu gewinnen.  Für diese Entscheidungen sind uns überzeugende Sachgründe bis heute nicht entgegengehalten worden.

Erarbeitung eines eigenen Bäderkonzepts

Inzwischen war vom Senat das ‚Bäderkonzept 2014‘ für Unibad, Horner Bad und Westbad vorgestellt worden, das für einen Gesamtaufwand von rd. 26 Mio. € eine Komprimierung auf zwei Bäderstandorte vorsieht. Neben erheblichen Funktions- und architektonischen Einbußen wird dabei auch ein Wasserflächenverlust von fast 30 % in Kauf genommen. Wir erarbeiteten daraufhin ein eigenes Bäderkonzept, mit dem für eine Gesamtsumme, die unter der des Senats bleibt, die gesamte Wasserfläche der betroffenen Bäder, vor allem aber das Unibad  mit seinen drei Becken, der Sprunggrube, der Zuschauertribüne und guten Verkehrsanbindung erhalten werden könnte.

Aufahme unserer Arbeit im Sommer 2014 – Prüfung der offiziellen Gutachten

Es galt, zunächst das Gutachten, das für die Renovierung des Unibades 18 Mio. € veranschlagte, zu prüfen. Es zeigte sich, dass es zahlreiche unnötige Reparaturen aufführte, woraus sich ergab, dass das Bad für 10 bis 11 Mio. €  instandgesetzt und energetisch saniert werden könnte. Diese Summe stand für den Zweck schon bereit. Wir baten die Universität – der Rektor ist Hausherr des Unibades – um die Erlaubnis zu einer Begehung. Diese Bitte wurde an die senatorische Behörde weitergeben. Wir wurden trotz dreimaliger Nachfrage über den Baudezernenten der Universität dreimal vertröstet. Dabei ist es bis heute geblieben. Wir wissen nicht, warum die Behörde die Gelegenheit, ihre Entscheidungsgrundlage offenzulegen, nicht wahrgenommen hat. Eine Begehung hätte ja dazu beitragen können, die Kritiker von der Richtigkeit ihrer Entscheidung zu überzeugen.